Alles spielt verrückt. Dreht sich, fliegt im Kreis, hat kein oben, kein unten. Ist nicht begrenzt. Kein Anfang, kein Ende. Ist nicht da, aber fehlt auch nicht. Ist einfach nicht spürbar. Aber dennoch anwesend.
Es ist verwirrend. Man weiß nicht was man tun soll. Kein vor, kein zurück. Fragen zu tausenden, die Antwort gibt es nirgends. Man ist irgendwie passiv, sollte man doch aber aktiv sein. Schaut sich um, sieht nur Leere, keine Antworten, wieso auch? Die Frage ist eh verschwunden. Es wühlt auf, aber gleichzeitig ist man ruhig. Fast zu ruhig. Helfen tut es zwar, aber dennoch stört es. Verwundert einen. Aber ist doch fast logisch. Analytisch, aber gefühlsverloren, kein rechter Sinn, kein Verstand.
Ratlos, rastlos, beruhigt, nicht beruhigt. Achterbahn. Einsteigen in die wilde Fahrt. Hoch und runter, Tief’s und Hoch’s, abwechselnd auch gepaart. Immer anders aber vertraut. Loopings. Es bewegt sich vorwärts, aber trotzdem steht es. Stunden werden zu Sekunden und Zehntelsekunden zu wahren Ewigkeiten. Manchmal steht alles. Genau so wie eine einzige Frage steht. Nicht greifbar. Unerreichbar. Man spürt sie, spricht sie nicht aus, denkt sie nicht. Kann man nicht. Angst, Hilflosigkeit. Alles einfach alles. Eben Ordnung, leichtes Wackeln, dann zertrümmert und doch zwischendurch wieder ganz. Vollkommen komplett. Aber nur kurz, dann liegt es wieder in Scherben. Manchmal möchte man schreien. Manchmal schweigen. Manchmal würde man gern wissen, was man denn will. Oder ob man das überhaupt will. Das wissen zu wollen, was man will.
Einfach ungeordnet. Kein Sinn, kein Verstand. Den gibt es nicht. Nicht greifbar. Nicht in der Achterbahn. Viel zu wild das alles. Man müsste draußen stehen. Von dort wirkt es erhaben. Gelingt aber nicht lange. Nur allzuschnell ist man wieder Teilnehmer. Wird umhergerissen von all den Wirrungen. Der Aufstieg war toll, die ersten Kurven spannend, aber irgendwann wird es immer wilder. Gelingt es anfangs noch leicht das ganze zu betrachten. Abstand zu nehmen von seiner wilden Fahrt, wird das später immer schwerer. Man fällt zurück, bekommt zurück. Aber keine Sicherung empfängt einen. Nein die Sitze sind knallhart und bereits in der nächsten Kurve fehlt der Überblick. Nicht nur über das aktuelle. Nein auch über die Vergangenheit. Man vergisst Vieles. Erst wenn die Kurve ein zweites Mal auftaucht. Nicht dieselbe. Eine andere. Aber eine ähnliche, kündigt sich an, ist vorraussehbar, aber man macht den Fehler wieder. Erst hinter dem Scheitelpunkt, da schafft man sich zu lösen. Den Überblick zu bekommen. Aber nur Kurz. Zu kurz. Und vorallem zu spät. Zu spät um abzubremsen, man fährt mit voller Wucht in die Kurve. Man kann sie nicht ändern. Die Strecke vor einem ist immer nur kurz zu sehen.
Nebel. Zäh. Ja, nebelig, das ist die Fahrt. Man sieht nicht weit, man sieht Schemen, man sieht Formen. Man sagt sich, das kennst du. Du weißt nur nicht woher. Man kann es auch nicht sicher sagen. Nur die Ahnung bleibt. Erfahrungen. Helfen, summieren sich, bringen Entscheidungen. Die aber nicht stimmen müssen. Nicht immer und nicht für immer, Die Quote liegt nicht schlecht. Kann man sich absichern? Man ahnt es geht nach links, instinktiv. Instinkte. Lassen einen Entscheidungen treffen. Die nicht stimmen müssen. Trotzdem, man scheint sich sicher. Und dann nicht links, nein rechts. Wieder überrumpelt. Nichts gelernt aus dem Streckenverlauf. Absolut Nichts. Hinterher, ja hinterher weiß man es. Nur nützt es da nichts mehr.
Brüche. So entstehen sie, Brüche heilen, aber Narben bleiben. Schmerzen können bleiben. Nebel kann bleiben. Blau, schwarz, grau oder gelb. Suppe einfach Suppe. Die Schmerzen sind da. Und sie nagen. Woran auch immer. Nebel führt nicht zu Vergessen. Nebel spiegelt. Tausendfach verstärkt. Helfen tut er trotzdem nicht. Reflektion seiner selbst. Positiv, aber nicht wenn man nicht weiter weiß. Nicht weiß wohin womit auch immer. Wenn es fehlt. Wenn sie fehlt. Das Ventil. Die Erlösung.
Die Führer waren einmal. Sie führen einen nicht mehr durch die Strecke. Noch ist der Wagen kantig. Aber das stößt sich ab. Und zwar genau jetzt. Man lernt, aber wie man lernt, so vergisst man auch alles. Bis der Aufprall kommt. Da folgt die Erkenntnis. Und da sind auch die Führer, aber nun nur im Nachhinein. Bestärken einen, dass man dumm war, dass man einen Fehler gemacht hat. Mehr tun sie nicht. Mehr könnten sie auch nicht mehr tun. Dürften sie nicht, wollen sie vielleicht, bleiben aber trotz allem chancenlos. Sie sind ehrlich, manchmal zu ehrlich.
Manche Dinge möchte man vielleicht nicht erfahren, andere dann doch. Aber die Entscheidung hat man nicht. Man muss sich vorher entscheiden. Fragen oder nicht. Zuhören oder nicht. Man kann schweigen, und alles laufen lassen. Aber das führt zu Zweifeln. An sich selbst, an dem Weg oder ob einem nicht etwas entgeht. Also fragt man, ohne dass man auch nur die geringste Ahnung von den Folgen, den Konsequenzen hat. Neugierde. Wird bestraft oder belohnt. Nur weiß man das nicht vorher. Und wenn es erstmal soweit ist, dann ist es im Grunde zu spät. Keine Wahl, Augen zu und durch. Verpasst die rettende Ausfahrt. Augen auf? Zerstört einen vielleicht selber. Nichts nichts wäre eine Alternative. Aber eine sinnlose. Weglaufen nein weglaufen hilft nicht. Verfolger gibt es immer und vor diesen kann man nicht entfliehen.
Seine eigene Stimme, wenn man diese nutzt, dann hilft man sich. Aber anderen vielleicht nicht. Und was soll man tun, die eigene Stimme kennt nur eine Richtung. Aber wenn die Verfolger Bekannte sind? Wenn man sie mag? Sogar liebt? Was zählt dann mehr, ihre Stimme oder die Eigene? Sich opfern? Ja. Kann man. Aber das verwirrt. Zumindest einen selbst. Aber was bedeutet dieses Opfer schon? Wieder einen anderen Wagen aufs gerade Gleis geschickt. Mit Glück kommt ein anderer und verfährt genau so mit dir. Vielleicht.
Vielleicht aber muss man sich selber helfen. Die eigene Stimme verwirrt möglicherweise. Total oder auch nicht. Egal, man muss sie freibekommen. Sie ist der Leiter, sie ist der neue Führer, sie sorgt für alles aber auch für nichts. Sie kann dich lenken, lernt in Kurven oder wenn man anderen in Kurven hilft. Aber oft ist sie getrübt. So wie jetzt. Man merkt es ihr an. Man kann schreiben, schreien, weinen, lachen, prügeln, laufen. Alles. Alles kann Linderung verschaffen. Muss es aber nicht, oder nicht lange. Kann. Es gibt kein Sicher, es gibt tausende, abertausende, wenn nicht billionen von Möglichkeiten mit einer Situation umzugehen. Man wählt nicht immer die Richtige. Dann zittert die Bahn und die Begrenzung kommt bedrohlich nahe. Und wieder eine Kante weniger.
Abgeschliffen. Eine Erfahrung klüger. Aber helfen tut das auch nicht. Den in der nächsten Geraden fehlt diese Kante zwar noch, aber man vergisst das Wieso. Man verdrängt. Die Ruhe, sie ist so viel angenehmer. Man verschwendet nicht Zeit an verlorene Kanten, nicht wenn man noch immer genügend davon hat. Und sie bleiben bestehen. Es braucht lange alle Kanten auszuräumen, manche bleiben immer bestehen. Was sind Kanten? Eigenschaften? Und was passiert beim Abschleifen? Verschwinden sie? Oder kommen sie zurück? Scheinbar ist das der Fall. Sie kommen immer wieder. Sie zeichnen einen aus. Und sie können wehtun. Sich selber, anderen. Aber sie können etwas bewegen. Bei anderen, Sympathie und Antipathie. Können schwanken, können extrem sein.
Aber was ist Antipathie? Was bedeutet das? Das Gegenteil von Sympathie. Sympathie meint ein gutes Verhältnis. Also ist Antipathie trotzdem Verbundenheit. Irgendwie. Zacken und Kanten müssen zusammen passen. Tun sie das, kann es alles geben. Sogar gleichzeitig. Sagt mir meine innere Stimme. Erfahrungen aus alten Kurven. Sie tun weh, aber waren dennoch gut. Es braucht Zacken. Aber es braucht auch Leute, die die Zacken akzeptieren. Nicht immer, nicht alle, aber sie werden akzeptiert. Sie sehen sie, fühlen sie, aber dennoch mögen sie sie. Oder auch nicht. Einzelne Zacken. Der Fahrer steht für jede Kante seines Wagens. Aber nie eine Kante alleine für ihren Fahrer.
Das Ventil zu finden ist nicht immer leicht. Aber selbst wenn man es findet, ordnet sich nicht alles. Verwechselt man trotzdem noch oben und unten, rechts und links. Oder noch ganz andere Sachen.
So wie jetzt…





Respekt.