kommt er ins Wendland. Nein ich meine nicht den Weihnachtsmann und auch nicht den Osterhasen. Ich rede vom Castor-Transport aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague nach Gorleben.
Denn hier werden seit 1996 fast jährlich zwischen 6–12 Castoren, die gut 10 Tonnen hoch-radioaktiven Mülls beinhalten, ins Wendland gebracht. Und dieser Müll lagert dann im Zwischenlager in Gorleben, das aus eigentlich nur aus einer “besseren Tennishalle” besteht. Aber was passiert mit diesem Müll nach dem Aufenthalt im Zwischenlager?
Eben das ist die Frage, die niemand beantworten kann. Wohin mit den Tonnen hoch-radioaktiven Mülls, der noch Jahrtausende strahlt? In Gorleben kann er nicht bleiben, da Untersuchungen zur Tauglichkeit des Salzstockes noch nicht ausreichend genug durchgeführt wurden. Außerdem weist er Verbindungen zum Grundwasser auf und was passiert, wenn radioaktiver Unrat in die Biosphäre der Erde gerät, möchte ich mir zumindest nicht ausmalen. Gorleben ist also als Standort für ein Endlager noch oder wahrscheinlich nicht geeignet. Doch sonst gibt es nur das Endlager Morsleben, dessen Betrieb bereits 1998 gerichtlich gestoppt wurde, und das Endlagerprojekt Konrad in Deutschland. Die Schachtanlage Konrad eignet sich – wenn überhaupt – nur als Endlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung.
Deutschland plant zwar den Atomausstieg bis 2021, aber was passiert davor und auch noch danach? Bis 2021 wird also auf jeden Fall weiterhin Atommüll produziert, der sicher verwahrt werden muss. Doch ob eine solche Lagerung möglich ist, ist weiterhin unklar. Kann es so einen Ort auf der Welt überhaupt geben? Hin zu kommt außerdem, dass jedes Land sich um seinen Atommüll selber kümmern muss. Was gäbe es für Alternativen? Den Weltraum vielleicht, aber was passiert wenn etwas während des Fluges schiefgeht – außerdem hätten doch sicherlich die Amerikaner ein Problem mit. Explodiert die Trägerrakete etwa noch über der Erde, wären die Folgen eine Verseuchung unseres Lebensraums. Wie weit könnte außerdem eine Rakete kommen, weit genug, um ausszuschließen, dass der Müll eines Tages zurückkommt?
Und eben weil alle diese Fragen nicht geklärt sind, kommen zu jedem Castor-Transport 4.000 Demonstraten um ihren Unwillen über die Politik des Bundes zu zeigen. Dass diese Demonstraten ernst genommen werden, macht sich vorallem allen der Zahl der Polizisten, die im Dienst sind deutlich. Insgesamt 16.000 Polizisten sind während des Castor-Transports im Einsatz, um die Sicherheit zu gewährleisten.
In dieser Zeit wird ein Landkreis, der sich sonst nur durch seine dünne Bevölkerungsdichte auszeichnet, zum Zentrum der Anti-Atomkraft Aktivisten. Doch wurden wir, die hier leben gefragt? Nein, wir wurden übergangen, als es darum ging einen Beschluß zu fassen, der unser Leben von Grund auf verändern könnte. Denn was ist das Zwischenlager Gorleben?“Eine bessere Tennishalle” sagt die frühere niedersächsische Umweltministerin Monika Griefahn. Zusätzliche Schutzmaßnahmen, wie Sicherung gegen Flugzeugabstürze, ob Terroristischen Hintergrunds oder nicht, gibt es nicht. Den einzigen Schutz stellen die sogenannten Castoren da. Doch ob sie einen Flugzeugabturz überstehen ist fraglich. Und wenn dieser Absturz kommt, dann sind große Teile, wenn nicht sogar das ganze Deutschland verloren.





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