Ich kann vieles schreiben. Ich kann improvisieren. Geschrieben und auch gesprochen. Ablesen kann ich dafür nicht. Aber damit mein Improvisieren funktioniert, brauch ich einen Tunnel. Jedenfalls nenne ich das so. Gelange ich in diesen Schreibtunnel dann sprudelt es nur aus mir heraus. Ideen ohne Ende, alles passt. Der Text, worum auch immer es gehen mag, sprudelt nur so von alleine.
Tunnel. Das klingt jetzt sehr gerad linieg. Tunnelblick. Ähnliches Wort. Konzentration. Konzentration auf den Text. Aber eine andere Art von Konzentration. Keine Konzentration, die Ruhe braucht. Ruhe, die normalerweise Ruhe entstehen lässt. Das brauche ich nicht. Der Tunnel braucht keine bestimmte Umwelt. Er kann überall entstehen. Uhrzeit, Datum, Tag, Nacht. Alles egal. Wenn er da ist, dann ist er da.
So wie jetzt. Es ist gerade 01:50 Uhr. Nachts. Und ich bin auf dem 50. Geburtstag meines Vaters. Laute Musik. Menschen, die tanzen. Es ist fast verstörend zu sehen, wie die Menschen, die fast ausnahmslos um die 50 Jahre alt sind, zu den Hits ihrer Jugend tanzen. I’m on the highway to hell.
Trotzdem. Es funktioniert. Ich bin im Tunnel. Es gibt zwar kein echtes Ziel für diesen Text, aber trotzdem. Es funktioniert. Es fließt und es macht Sinn. Natürlich, es gibt Abstufungen. Texte, die mehr Sinn machen auch. Aber trotzdem. Funktioniert. Auch kommt manchmal nur Müll bei raus. Aber den behalte ich dann für mich.
Doch der echte Tunnel des Schreibens ist das gerade nicht. Irgendwas fehlt noch. Es wird einfach das besondere Ziel sein. Zurück. Ruhe, Konzentration, Gefühle. Ja auch Gefühle können mich in den Tunnel bringen. Wut, oder Ohnmacht. Es beginnt dann in mir zu sprudeln. Und alles möchte aus mir hinaus. Alles schreibt sich dann praktisch wie von alleine. Allerdings kann es auch falsch laufen. Zu hart werden. Das passierte mir erst kürzlich. Den Artikel muss ich erst noch entschärfen. Aber wirklich will ich das nicht.
Aber es müssen nicht Gefühle sein. Auch auf ganz andere Art geht es. Bei einer Interpretation zum Beispiel. Ich brauche einfach nur den Grundimpuls. Der Rest ist nicht mehr schwer. Das läuft. Einfach und ohne Probleme. Wie in einer der letzten Arbeiten zum Beispiel.
Aber hier beginnt das Problem. Ich selber weiß nicht, was mir einen Grundimpuls gibt. Ich kann es nicht beeinflussen. Ich brauche den Eingang. Und bin glücklich, wenn ich gefunden habe. Zwar nicht ewig. Aber in diesem Moment geht es mir gut.
Ab sofort der Artikel auch in der Originalfassung, geschrieben auf einer Tischkarte:
Teil 1 (jpg, 2,5 MB)
Teil 2 (jpg, 2,5 MB)





0 Kommentare zu “Meine Art zu schreiben”