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Zwiegespalten

Ich könnte schreiben, schreien, sprudeln ohne Ende. Alles fließt aus immer. Kann nicht in mir bleiben. Sucht seinen Weg nach draußen. Bleibt hängen. Schwappt wieder zurück. Verdrängt Platz und bringt alles eben so schön gedachte, wieder komplett durcheinander. Es ist zum verzweifeln, aber auch zum freuen. Es läuft wieder. Die Texte kommen. Ohne Unterlass. Die Zeit ist ebenfalls da. Nichts was drängt. Eine Woche Pause, eine Woche Abstand. Eine Woche nichts tun. Anstatt von 8 wöchentlichen Terminen nur zwei. Zwei. Für manche noch viel. Aber ich genieße die Ruhe.

Auch wenn die Ruhe mich wieder zum nachdenken bringt. Alles wankt, ich nicht genau weiß, was ich will, wohin ich will, mit wem, wann, wo. Alles unklar. Manchmal. Aber dann auch wieder glasklar. Genau Jetzt. Jetzt ist der Moment, jetzt will ich das. Und dann? 10 Minuten später, bin ich wieder beim alten. Gedanken, die sich meterhoch schichten und alles einnehmen. Gedanken die sich formulieren. Gedanken die ich so schreiben könnte. Aber auch ganz andere. Solche die ich nicht schreiben könnte, weil niemand sie verstehen würde. Nicht einmal ich selbst. Solche die ich nicht schreiben könnte, weil sie niemanden etwas angehen. Ruhe finden.

Darüber habe ich heute noch gesprochen. Einfach da sitzen, das jetzt jetzt sein lassen und das morgen morgen. Genau so, wie das Gestern, geschehen ist, wird auch das Morgen irgendwann letzte Woche sein. Wer weiß was ich in dem Moment tue. Vielleicht lachen. Weil es lächerlich ist. Vielleicht trauern. Aber Wahrscheinlich werde ich schlafen. Rasten. Das was ich nicht kann, wenn ich wach bin. Da lauern überall Fragen. Links und Rechts.

An den Seiten, den Seiten zwischen denen ich pendle. Manchmal reicht ein Wort. Manchmal ein bestimmter Blick. Und meine Person dreht sich. Die Stimmung alles. Freundliches wird böse. Böses wird nett. Gedanken kommen auf. Gedanken, die mir normalerweise nicht kommen. Oder die ich sonst nicht wahrnehme. Komische Gedanken. Und ein anderes Wort fällt und alles dreht sich wieder. Um 180°. Oder auch um 360°. Wieder am Anfang. Einmal gedreht, einmal was anderes gesehen, einmal anders gefühlt und doch wieder beim alten angekommen.

Seltsam. Seltsam reflektiert, kann ich mich betrachten. Ich spiele Sachen durch. Bemerke Sachen. Aber nicht, weil ich unsicher bin. Nein, weil ich die Neutralität genieße. Einfach mal schauen. Von außen. Zurück schauen. Was war. Jetzt schauen. Was ist. Und einen Blick, nein einen Gedanken nach vorne werfen. Was sein wird. Aber da ist nicht viel außer Nebel. Die Gedanken ordnen sich mit der Zeit. Die Vergangenheit liegt klar.

Ich weiß, was ich getan habe. Du weißt, was du getan hast. Aber wir beide wissen nicht wieso. Wir wissen was passierte. Wir kennen aber keine Grund. Nicht die ursprünglichen. Nicht die Veränderungen. Das was anders war. Das was uns entfernte, aber auch näher brachte. Wir wissen es nicht. Ich weiß es nicht. Was war. Ja. Da war etwas. Ich weiß. Aber ich kann nicht sagen wieso. Ich frage mich wieso. Du vielleicht auch. Ich weiß nicht, wieso wir es so weggeworfen haben. Ich weiß überhaupt nichts. Nichts auf der Meta Ebene.

Die Reflektion ist da. Bei mir, bei dir. Die Fehler sind klar. Aber nicht das warum. Vielleicht stimmt es. Nicht mit aber auch nicht ohne. Da hält etwas. Etwas das nicht loslassen kann. Oder was auch immer. Es sind diese Gründe die einen quälen.

Niemand hat schuld. Oder alle. Aber niemand alleine. Das geht nicht. Und trotzdem. Ich bin gespalten. Ich weiß darum, aber dann doch nicht. Ich sehe mich schuldig. Ich sehe dich schuldig. Und doch weiß ich, dass es das nicht gibt. Kein Gutes und kein Böses. Kein Weiß, kein Schwarz, kein Schuldig und kein Unschuldig. Es gibt nur Grau. Nebel. Verwischend.

Es ist der Nebel, der mich fest hält. Es ist der Nebel, der mich gefangen hält. Es ist das Unwissen. Die Ohnmacht. Es ist das, was mich antreibt. Das hier zu schreiben. Das alles zu tun. Ich weiß nicht ein, ich weiß nicht aus. Ich hänge fest. Es fehlt etwas. Klarheit. Reinheit. Reinheit der Gedanken. Momentan ist da nur milchiges. Widersprüchliches, das sich ineinander verwebt. Ich will schreien, aber mir versagt die Stimme. Ich will flüstern, aber auf einmal brülle ich. Die Kontrolle. Sie fehlt komplett. Oder teilweise? Ich bin hin und her gerissen. In sich unsicher. Ein Zustand, den ich nicht kenne. Nicht auf diese Weise.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt Das sind weise Worte, aber helfen vermögen sie nicht. Es kommt irgendwie. Aber ich kann nicht sagen, ob es anders ist. Es ist ein durcheinander. Es ist ein nicht wissen, was man will. Schwach, stark. Sicher, unsicher. Tausende von Gegensätzen, die sich in einer Form manifestieren. Die nach draußen wollen.

Ⅰ think I’m at the edge now but Ⅰ could be wrong Ich könnte falsch liegen, muss aber nicht. Es ist zum Verzweifeln. Andererseits hab ich auch Hoffnung. Es ist gespalten. Alles. Mal dies, mal das. Je nach Situation eine andere Sichtweise. Je nach Situation anderes Verhalten, anderes Denken, anderes Reagieren. Anderes agieren.

Viele Worte, die viel sagen könnten. Aber letz endlich sagen sie doch nur eins.

Was will ich denken?

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